Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen.

Sonntag, 21. August 2016

Die Wunden waren schon immer da...

...um sie zu verdecken gibt es kein Pflaster der Welt.

Sie sind das, was mich ausmachen.
Das ist das Los, das ich mit dem ersten Tag in meinem Leben gezogen habe.
Es ist das, mit dem ich zu leben selbst erst lernen muss. 
Jeden Tag auf's neue.
Und wie sollte das jemals einem anderen Menschen gelingen?
Wie soll jemals jemand mit all dem zurecht kommen?
Wie soll mich jemand lieben?
Und überhaupt. 
Wie soll ich denn jemandem so sehr vertrauen, alles zu erzählen?
Und wenn es mir dann doch mal gelingt, mich zu öffnen, dann ist dieser Mensch doch sowieso gleich wieder weg?

Was bleibt, bei all dem ist die Hoffnung, darauf, dass alles gut wird und das Vertrauen darauf, dass nichts ohne einen Grund passiert. 
Der Glaube daran, dass es so einen Menschen für mich geben kann.
Die Gewissheit, dass ich trotz allem nie alleine bin.
Und es gibt Menschen, die doch noch da sind, obwohl sie mich kennen.
Menschen, die allem einen noch viel größeren Sinn geben.
Und da sind Menschen, die mir zeigen, dass ich ihnen vertrauen kann.
Und da ist all das, das mich am Leben hält.

Und selbst, wenn die Wunden niemals ganz geheilt oder verdeckt werden können. 
Vielleicht tut es irgendwann wenigstens nicht mehr weh.

Samstag, 13. August 2016

Hör' auf damit herausfinden zu wollen, wer Du bist und beginne zu entscheiden, wer Du sein möchtest!

Denn vielleicht ist es so, dass wir nicht schon jemand sind, sondern dass wir zu jemandem werden in unserem Leben.

Wir werden erzogen, wir Erfahren Regeln, gesellschaftliche Vorgaben.
Wir bekommen Bilder von dem eingeprägt, was "normal" ist.
Wir werden getrimmt die Person zu werden, die für die Gesellschaft ungefährlich ist.
Es geht nur darum, perfekt in ein Bild zu passen.
Bis wir das Gegenteil erfahren.
Bis wir rausgehen, aus unserer heilen Welt.
Bis wir Freiheit genießen, unser Leben selbst bestimmen.

Dann zeigt sich, wer wir werden.
Wir nehmen mit, was uns jahrelang antrainiert wurde.
Doch wir sind frei, können eigene Entscheidungen treffen.

Und mit denen müssen wir dann leben - vielleicht ist es das, was alle "erwachsen-werden" nennen.

Denn unsere Entscheidungen und die Konsequenzen machen uns möglicherweise zu Personen, die nicht mit den Vorgegebenen Richtlinien überein stimmen.
Sie sind nicht die, die sich unsere Eltern von uns erhofft haben - zumindest noch nicht.

Das was entsteht steht im Kontrast zu dem, was uns beigebracht wurde.
Und dann stehen wir vor der Entscheidung, ob wir an dem weiter arbeiten, was wir selbst aufgebaut haben, oder ob wir alles einreißen, nur um so zu sein, wie uns alle anderen gerne sehen würden.


Ich war immer das kleine liebe Mädchen. Die Tochter, die alles macht, ohne zu murren.
Ich hab alles getan, um meine Eltern stolz zu machen. Habe alles versucht, dass sie sich nicht sorgen müssen. Ich habe Verbote bekommen. Wurde gut erzogen. 
Und dann wurde ich frei gelassen.
Wahrscheinlich sehe ich das alles hier in ein paar Jahren ganz anders, weil ich dann selbst Mutter bin, und meinen Kindern ebenfalls beibringen werde, was denn von der Gesellschaft akzeptiert ist. 
Vielleicht versuche ich aber auch das anders zu machen und meinen Kindern beizubringen, dass sie sein können was sie wollen, wenn sie dabei nur glücklich sind.

Wir lassen uns durch unzählige Sachen einschränken. Wir lassen uns so viel vorgeben, dass wir Angst bekommen, wenn wir zu etwas werden, was wir eigentlich nie sein wollten, weil es nicht dem entspricht, was uns beigebracht wurde.


Und auch wenn sicherlich nicht alles richtig ist was ich mache, sondern viel mehr falsch und vielleicht auch verwerflich, so bin ich trotzdem glücklich.